Mittwoch, 7. Januar 2009
Kleingeldprinzessin & Stadtpiraten - Lido
Das erste Konzert des Jahres im gut gefüllten Lido entsprang einer spontanen Idee und war, jedenfalls bei mir, motiviert durch eine schöne Textzeile von Getränken mit Alkohol und Limettensaft auf myspace. Die Kleingeldprinzessin und ihre Stadtpiraten machten alles richtig. Vor voll gefülltem Saal wurden sie erst nervös zappelnd immer souveräner und lockerer. Und just als ich dachte, jetzt wäre eine Pause das Richtige - "Pause! Wir sind in 20 Minuten wieder für Euch da." Schöne Lieder, schöne Location, schöne Frau. Arbeitnehmerfreundlich endete der Abend vor Mitternacht.
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Donnerstag, 18. Dezember 2008
Deichkind - Columbiahalle
Wer schon einmal bei einem Deichkindkonzert war, der wird für die schwer zu beschreibende Stimmung bei ihren "Performances", eher die bunten Erinnerungen wachrütteln, als sich dem aussichtslosen Versuch zu stellen, das in Worte zu fassen. Schlauchboot, Kissenschlacht, quietschbunt, rasant! Der Saal kocht und schwitzt!
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Mittwoch, 17. Dezember 2008
Die Toten Hosen - Sauerstoffwelt
Ein fast abstinentes Punkkonzert
17.25 Uhr, das Telefon klingelt, ein lieber Kollege fragt, was man denn am Abend zu tun gedenke. Die Toten Hosen gastierten in der neuen blauen Arena am Ostbahnhof und er hatte noch Karten übrig. Da ich meine jugendliche Spontanität scheinbar noch nicht verloren habe, sagte ich schließlich zu. Da die Hosen nach dem "Kreuzzug ins Glück" und "Kauf mich!" von 1993 textlich schwer nachgelassen haben, war ich doch im ersten Teil des fast 2,5-stündigen Konzerts von einigen neuen Sachen, sagen wir mal: positiv überrascht. Da die Tickets nicht zum Betreten des Innenraums berechtigten, saßen wir schließlich gefühlte 300 Meter vor der Bühne und hatten einen direkten Blick auf dieselbige. Der Funke konnte unter diesen Voraussetzungen nur schwerlich überspringen. Das Set war schließlich nach dem ersten Drittel mit den alten Punkhymnen gespickt, abgewechselt von den weniger nervigen neueren Sachen der frühen 00er Jahre. Die Show war perfekt inszeniert. Die erste Zugabe begann äußerst peinlich mit Weihnachtsgedöns, wurde zusehends besser und schließlich gab Arnim von den Beatsteaks ein schönes "Hand in Hand" vor dem Berliner Publikum, das so gar nicht nach Punk aussah, es zu 80% auch nie nicht einmal im Ansatz gewesen sein kann. Direkt vor uns bewegten sich ein stereotypes Pädagogenpärchen mit 9-jähriger Tochter unglaublich arythmisch hin und her. Den großen Rest trifft man auch in jedem deutschen Fußballstadion. Zugabe zwei geriet zu einer guten Mischung der Hits der 80er und frühen 90er und bei der dritten hatten die Hosen endlich eingesehen, was das Publikum braucht: "Niemals zum FC Bayern", dazu die Spielszenen des legendären 7:1 von Fortuna Düsseldorf gegen Bayern von 1978, "10 kleine Jägermeister" und "You'll Never Walk Alone". Die Hosen im Jahr 30 ihrer Karriere überzeugten. Publikum und Halle waren ein Graus.
Und morgen geht's zu Deichkind!
17.25 Uhr, das Telefon klingelt, ein lieber Kollege fragt, was man denn am Abend zu tun gedenke. Die Toten Hosen gastierten in der neuen blauen Arena am Ostbahnhof und er hatte noch Karten übrig. Da ich meine jugendliche Spontanität scheinbar noch nicht verloren habe, sagte ich schließlich zu. Da die Hosen nach dem "Kreuzzug ins Glück" und "Kauf mich!" von 1993 textlich schwer nachgelassen haben, war ich doch im ersten Teil des fast 2,5-stündigen Konzerts von einigen neuen Sachen, sagen wir mal: positiv überrascht. Da die Tickets nicht zum Betreten des Innenraums berechtigten, saßen wir schließlich gefühlte 300 Meter vor der Bühne und hatten einen direkten Blick auf dieselbige. Der Funke konnte unter diesen Voraussetzungen nur schwerlich überspringen. Das Set war schließlich nach dem ersten Drittel mit den alten Punkhymnen gespickt, abgewechselt von den weniger nervigen neueren Sachen der frühen 00er Jahre. Die Show war perfekt inszeniert. Die erste Zugabe begann äußerst peinlich mit Weihnachtsgedöns, wurde zusehends besser und schließlich gab Arnim von den Beatsteaks ein schönes "Hand in Hand" vor dem Berliner Publikum, das so gar nicht nach Punk aussah, es zu 80% auch nie nicht einmal im Ansatz gewesen sein kann. Direkt vor uns bewegten sich ein stereotypes Pädagogenpärchen mit 9-jähriger Tochter unglaublich arythmisch hin und her. Den großen Rest trifft man auch in jedem deutschen Fußballstadion. Zugabe zwei geriet zu einer guten Mischung der Hits der 80er und frühen 90er und bei der dritten hatten die Hosen endlich eingesehen, was das Publikum braucht: "Niemals zum FC Bayern", dazu die Spielszenen des legendären 7:1 von Fortuna Düsseldorf gegen Bayern von 1978, "10 kleine Jägermeister" und "You'll Never Walk Alone". Die Hosen im Jahr 30 ihrer Karriere überzeugten. Publikum und Halle waren ein Graus.
Und morgen geht's zu Deichkind!
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Montag, 8. Dezember 2008
Samstag, 6. Dezember 2008
Attack in Black - Magnet
"Eine gute Mischung aus GetUpKids und den Weakerthans", hieß es davor. 6 Euro Eintritt und noch einen Weihnachtsmannmützenschnaps gratis lockten ebenfalls. Nur leider waren wir zu früh oder das Magnet noch zu leer. Es zog sich endlos hin. Auf die leere Tanzfläche starrend mussten wir notgedrungen abwarten. Gefühlte 2 Stunden später standen die furchtbar schlecht gekleideten Kanadier auf der Bühne. Das typische Partypublikum des Magnets erzeugte seine gewohnte Hintergrundlautstärke, was den Mischer veranlasste, die Band noch lauter aufzudrehen. Ich drehte ab und stopfte mir Taschentücher in die Ohren, was ich seit Ewigkeiten nicht mehr für nötig hielt... Diese Mixtur aus schlechten Begleitumständen ist für den Club nun leider schon zu oft erwartbar. Schade für Attack in Black. Ich gebe der Band demnächst eine zweite Chance - aber woanders!
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Donnerstag, 4. Dezember 2008
Tiger Lou & Firefox - Festsaal Kreuzberg
Die Vorband Firefox war bereits sehr sympathisch; Elektro-Indie mit bezaubernder Frontfrau und wechselndem Schlagzeuger. Tiger Lou spielten im Anschluss ein tolles Konzert, mit überwiegend neuen, untypisch rockigen Liedern der "A Partial Print"-Platte. Zwischendurch hätte man den Eindruck bekommen können, da steht eine Mischung aus A Perfect Circle und Waxwing auf der Bühne. Ein gelungener Abend!
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Samstag, 22. November 2008
Gisbert zu Knyphausen - Gravis-Store
Gisbert allein in einem Flagshipstore für umsonst! Es sollte schon um 19 Uhr losgehen. Die Arbeit war gerade geschafft und 19.10 Uhr kamen wir am Ernst-Reuter-Platz an. Vor bestimmt 200 anderen Knyphausen-Fans sahen wir ein Konzert, das nur geringfügig kürzer war, als vor ein paar Monaten im Magnet. Aber, im Unterschied zu diesem Konzert, war das Publikum angenehm ruhig, wippte und sang etwas mit, ließ sich begeistern von Liedern der Nr.1-Platte 2008. Ich warte auf die neue in 2009.
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Dienstag, 11. November 2008
Lightning Bolt - Festsaal Kreuzberg
Bevor es jedoch zum Hauptact kommen konnte, erfreuten, nervten bzw. langweilten und nervten (in dieser Reihenfolge) die vier Vorbands.
Das Publikum füllte den Raum angenehm aus und war bunt gemischt, überwiegend mein Jahrgang, also älter. "->Was dann passierte, dafür fällt einem nur die englische Vokabel "mind-blowing" ein, die mit "erstaunlich", "irre" und "überwältigend" nur unzureichend übersetzt wird, vermittelt sie doch vielmehr, wie einem der Verstand zu den Ohren hinausgeblasen wird."* Ähnliches war auch in der taz zu lesen. Im großen und ganzen war es eigentlich nur Schlagzeug-Bass Elektro-Noisecore, den sich wohl niemand zu Hause anhören würde, gepaart mit der Avantgarde-Performance incl. Maske und Bühne in der Mitte. Abgehakt unter interessanter bis guter Abend. Der Eintrittspreis von nur 11€ mehr als fair!
*Kirsten Riesselmann in der Berliner Zeitung vom 13.11.08
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Samstag, 25. Oktober 2008
Handball-Bundesliga: Füchse vs. Lemgo
Das Ergebnis vorneweg: Füchse 27: Lemgo 35. Habe mir sagen lassen, dass das im Handball eine ziemliche Packung bedeutet.
Aber in der neuen, klobigen, blauweissen Arena, die das Spreeufer verschandelt, ging es nur nebenbei um den Sport. In der Max-Schmeling-Halle brummte einem nach einem Alba-Spiel ja bisweilen der Kopf wegen der Geräuschkulisse. Diese mit 14.800 Menschen ausverkaufte Samstag-Nachmittag-Geschichte war eine aufgedrehte, quietschbunte Dauerwerbeveranstaltung auf allen Kanälen und in der Pause spielte BAP (?!). Brrrrrr, Kopfschütteln und raus. Zum Glück hat es dank einer Freundin kein Geld gekostet. Und wenigstens bekamen wir ein Freibier, weil wir den richtigen Mobilfunkanbieter haben. Also bitte ab 2010 wieder an gewohnter Stelle auflaufen.
Aber in der neuen, klobigen, blauweissen Arena, die das Spreeufer verschandelt, ging es nur nebenbei um den Sport. In der Max-Schmeling-Halle brummte einem nach einem Alba-Spiel ja bisweilen der Kopf wegen der Geräuschkulisse. Diese mit 14.800 Menschen ausverkaufte Samstag-Nachmittag-Geschichte war eine aufgedrehte, quietschbunte Dauerwerbeveranstaltung auf allen Kanälen und in der Pause spielte BAP (?!). Brrrrrr, Kopfschütteln und raus. Zum Glück hat es dank einer Freundin kein Geld gekostet. Und wenigstens bekamen wir ein Freibier, weil wir den richtigen Mobilfunkanbieter haben. Also bitte ab 2010 wieder an gewohnter Stelle auflaufen.
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Sport
Freitag, 26. September 2008
Rocky Votolato - Festsaal Kreuzberg
Ein ruhiges, gutes Konzert im etwas zu großen Festsaal Kreuzberg. Das Bassys oder Knaack hätten es wohl auch getan, dann wäre die Stimmung des Publikums jedenfalls konzentrierter gewesen. So saßen wir in der zweiten Etage und lauschten einfach so den Weisen des ehemaligen Waxwing-Frontmanns.
Hier der Text: Suicide Medicine
a brain that never stops ticking / sometimes an on-off switch would sure come in handy / a mind that's constantly cutting up and dissecting / looking for answers committing murders along the way
is it the red wire or the blue wire / just pick one and cut / it just doesn't matter anymore / or did it ever / cause I could never control when the bomb would explode / oh god I love you / I mean forever / I left my body behind to break the news / looks like it's over / please remember all of the things I never got a chance to say / like you look smashing in your fourth grade picture the one that we hung by the door / in our house that was so beautiful / there in our little home
if this medication upsets your stomach / take it with crackers bread or a small meal / we understand it won't do shit towards the cure / but if you buy this I promise you're gonna like the way it makes you feel
is it the red wire or the blue wire / just pick one and cut / it just doesn't matter anymore / or did it ever / cause I could never control when the bomb would explode / oh god I love you / I mean forever / I left my body behind to break the news / looks like it's over / please remember all of the things I never got a chance to say / like you look smashing in your fourth grade picture the one that we hung by the door / in our house that was so beautiful / there in our little home
Hier der Text: Suicide Medicine
a brain that never stops ticking / sometimes an on-off switch would sure come in handy / a mind that's constantly cutting up and dissecting / looking for answers committing murders along the way
is it the red wire or the blue wire / just pick one and cut / it just doesn't matter anymore / or did it ever / cause I could never control when the bomb would explode / oh god I love you / I mean forever / I left my body behind to break the news / looks like it's over / please remember all of the things I never got a chance to say / like you look smashing in your fourth grade picture the one that we hung by the door / in our house that was so beautiful / there in our little home
if this medication upsets your stomach / take it with crackers bread or a small meal / we understand it won't do shit towards the cure / but if you buy this I promise you're gonna like the way it makes you feel
is it the red wire or the blue wire / just pick one and cut / it just doesn't matter anymore / or did it ever / cause I could never control when the bomb would explode / oh god I love you / I mean forever / I left my body behind to break the news / looks like it's over / please remember all of the things I never got a chance to say / like you look smashing in your fourth grade picture the one that we hung by the door / in our house that was so beautiful / there in our little home
Samstag, 6. September 2008
Gerhard Polt - Bunkerführung
Hier mal wieder etwas, auf das mich ein Unterweltler jüngst brachte. Manchmal bin ich ja auch in den Schutzanlagen Berlins unterwegs.
"Nicht ungünstig wäre es, wenn der Atomkrieg am Wochenende passieren würde..."
"Nicht ungünstig wäre es, wenn der Atomkrieg am Wochenende passieren würde..."
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Unterirdisch
Sonntag, 31. August 2008
Samstag, 30. August 2008
The Gaslight Anthem - Magnet
Wow! Was für ein Auftritt! Alles, was leider eine Woche zuvor störte, passte hier; die Band war in Fahrt, das Publikum kannte die Stücke, war bewegungsfreudig und niemand nervte durch lautes Gemurmel im Hintergrund. Die Meute war wegen The Gaslight Anthem gekommen und nicht nur wegen der überfüllten Party im Anschluss.
Musikalisch wie eine gute Mischung aus HotWaterMusic, Ataris, Social D plus einiges an Südstaaten-Blues - und dabei kommen die Jungs aus New Jersey, südlich der großen Stadt...
The Gaslight Anthem - I'da Called You Woody, Joe
I was crawling around in my head in the haze of a trance. Rico said, "I'ma turn you onto a sound, cool out your head. This is the sound from Camden town."And then I heard it like a shot through my skull to my brain, I felt my fingertips tingle and it started to rain, When the walls of my bedroom were tremblin' around me, This ramshackle voice over attack of a bluesbeat, Tellin' me he's only looking for fun. This was the sound of the very last gang in town. As heard by my wild young heart, like directions on a cold dark night, Sayin', 'Let it out... You're doin' all right.' And I heard it in his chain gang soul. It wasn't just the same sad song. Saying, 'Let it out, you're doing all right.' And I'm doing all right, are you doin' all right? And I carried these songs like a comfort wherever I'd go. They was there when my summers was high, there when she left me alone. Saying... 'The soul is hard to find.' And I never got to tell him so I just wrote it down, I wrapped a couple chords around it and I let it come out, When the walls of my bedroom trembled around me, To this ramshackle voice over attack of a bluesbeat, And a girl, on the excitement gang.
That was the sound of the very last gang in town. [Chorus] That was the sound... I hear the sound... Do you hear the sound.... I hear the sound... Of the very last gang in town...
Musikalisch wie eine gute Mischung aus HotWaterMusic, Ataris, Social D plus einiges an Südstaaten-Blues - und dabei kommen die Jungs aus New Jersey, südlich der großen Stadt...
The Gaslight Anthem - I'da Called You Woody, Joe
I was crawling around in my head in the haze of a trance. Rico said, "I'ma turn you onto a sound, cool out your head. This is the sound from Camden town."And then I heard it like a shot through my skull to my brain, I felt my fingertips tingle and it started to rain, When the walls of my bedroom were tremblin' around me, This ramshackle voice over attack of a bluesbeat, Tellin' me he's only looking for fun. This was the sound of the very last gang in town. As heard by my wild young heart, like directions on a cold dark night, Sayin', 'Let it out... You're doin' all right.' And I heard it in his chain gang soul. It wasn't just the same sad song. Saying, 'Let it out, you're doing all right.' And I'm doing all right, are you doin' all right? And I carried these songs like a comfort wherever I'd go. They was there when my summers was high, there when she left me alone. Saying... 'The soul is hard to find.' And I never got to tell him so I just wrote it down, I wrapped a couple chords around it and I let it come out, When the walls of my bedroom trembled around me, To this ramshackle voice over attack of a bluesbeat, And a girl, on the excitement gang.
That was the sound of the very last gang in town. [Chorus] That was the sound... I hear the sound... Do you hear the sound.... I hear the sound... Of the very last gang in town...
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Samstag, 23. August 2008
Gisbert zu Knyphausen - Magnet
Nun war es so weit. Wieder einmal große Erwartungen. Die Band beginnt nach zwei Supportern gegen 0.00 Uhr zu spielen und der Laden ist brechend voll, fast Kato-Sommeratmosphäre. Das hätte ich nicht unbedingt erwartet, aber gut ein Drittel des Publikums nahm das Konzert eher als Partyzugabe mit, bzw. hatte dieses Drittel im Partysaal des Magnet einfach keinen Platz mehr. Dementsprechend laut waren die Hintergrundgeräusche. Selbst im Raucherhof stand man schließlich gequetscht herum.
Schlechte Rahmenbedingungen also für eine junge, unerfahren wirkende Band mit Technikproblemen. Das Set schien mir ein wenig unstimmig, ein paar neue Lieder oder Cover und nach gefühlten guten anderthalb Stunden noch die Slomo-Version vom Sommertag als Zugabe. Ich fand die Band sympathisch, andere würden sagen ambitioniert, und ohne zuviel Routine. Es erinnerte mich streckenweise an die ersten Auftritte von Kettcar, nur eben mit weniger Gästen.
Damit endete der Ausflug abrupt, irgendwo anders wäre es wohl weniger voll und angenehmer gewesen.
Schlechte Rahmenbedingungen also für eine junge, unerfahren wirkende Band mit Technikproblemen. Das Set schien mir ein wenig unstimmig, ein paar neue Lieder oder Cover und nach gefühlten guten anderthalb Stunden noch die Slomo-Version vom Sommertag als Zugabe. Ich fand die Band sympathisch, andere würden sagen ambitioniert, und ohne zuviel Routine. Es erinnerte mich streckenweise an die ersten Auftritte von Kettcar, nur eben mit weniger Gästen.
Damit endete der Ausflug abrupt, irgendwo anders wäre es wohl weniger voll und angenehmer gewesen.
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Donnerstag, 7. August 2008
Wieso Berlin? - Jan Koch
"weil ich den Hamlet nackt nicht spiel..." Beim Lesen des Spreeblick-Artikels (hier) "Dörfer, die Berlin sind", stieß ich auf den Liedermacher Jan Koch, der ein Berlin-Bashing auf hohem Niveau betreibt. Als ich neulich in der Kastanienallee tramwartenderweise so saß, meinte Sylvie, dass sie sich hier manchmal wie im Zoo fühlt. So schlimm ist es bei mir noch nicht.
Frédéric Valin
Dörfer, die Berlin sind in Auszügen
Friedrichshain Friedrichshainer beschimpft man am besten, in dem man den Leuten aus dem Südkiez erzählt, wie toll der Nordkiez wäre, und andersrum. Hier wohnen Menschen, die sich allmorgendlich den Kopf mit Lebertran waschen und es hip finden, wenn eine Bedienung schlecht gelaunt ist und ungewaschen. Überhaupt ist im Friedrichshain alles hip, die stinkenden Keller, die hier „Clubs“ heißen: sehr hip. Der Flohmarkt, auf dem man Möbel und Platten kaufen kann, die auf Ebay die Hälfte kosten: ausgesprochen hip. Bars, in denen die Ärzte laufen und die Bedienung den Unterschied zwischen Weizen und Pils nicht kennt: ungeheur hip. (...) Wer Desperate Housewives für übertrieben hält, soll sich mal im Habermeier oder sonstwo am Boxenhagener Platz die Hartz4-Version anhören.
Neukölln Neukölln ist megain gerade, weil, um die Ecke haben drei Bars aufgemacht, die keine Tapete an den Wänden haben. Das ist hochrevolutionär, dazu tönt Coldplay aus den Boxen.
Prenzlauer Berg Ahhhh, der Prenzlberg, die Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert: Wer hier einen Einheimischen findet, darf ihn erschiessen und statt seiner in die Wohnung einziehen. Im letzten Jahrhundert sollen noch vier Exemplare von Alteinsässigen gesichtet worden sein.
Mitte In Mitte gibt es Galerien, deswegen simulieren Aktionskünstler so etwas wie ein Nachtleben. (...) Was in den Clubs (in Mitte sagt man sogar zu Eckkneipen Clubs) immer gut funktioniert: Ist man pleite, immer den Besoffensten des ganzen Ladens ansprechen, ob er noch einen ausgeben will. Das ist nämlich in der Regel der Chef.
Wedding Der Wedding kommt. Seit ungefähr sechzig Jahren. Bloß: nirgendwo an.
Kreuzberg Die Kreuzberger Nächte, jaja. Kreuzberger Nächte sehen so aus: Man sitzt auf seinem Stuhl, trinkt Schnaps um Schnaps und wird irgendwann vom Wirt in ein Taxi gefallen, das einen erst nach Weissensee rausfährt, dort eine Runde reihern lässt, und dann zurück nach Hause (Neukölln).
Spandau Im Mittelalter war es üblich, Lepröse und Pestkranke vor den Toren der Stadt zwischenzulagern, bis sie der Tod ereilt. Wer in Berlin Leute mit Rasseln durch die Gegend eiern sieht: das sind keine Stadtmusikanten. Das sind Spandauer, die einmal im Leben den Fernsehturm sehen wollen.(Früher fanden einmal im Jahr WG-interne Ausflüge nach Spandau statt, weil da damals der Ikea stand. Der Ikea steht da immer noch, aber seit die Filiale am Südkreuz aufgemacht hat, ist der Umsatz um 95% gesunken und die Spandauer Touristeninformationsempfangsdame, die bisher die Leute vom Busbahnhof zu Ikea lotste, wurde kürzlich entlassen.)
Pankow Schließen Sie die Augen und stellen sich Karlsruhe vor, bloß ohne Studenten. Ja? Gut. So ungefähr.
Frédéric Valin
Frédéric Valin
Dörfer, die Berlin sind in Auszügen
Friedrichshain Friedrichshainer beschimpft man am besten, in dem man den Leuten aus dem Südkiez erzählt, wie toll der Nordkiez wäre, und andersrum. Hier wohnen Menschen, die sich allmorgendlich den Kopf mit Lebertran waschen und es hip finden, wenn eine Bedienung schlecht gelaunt ist und ungewaschen. Überhaupt ist im Friedrichshain alles hip, die stinkenden Keller, die hier „Clubs“ heißen: sehr hip. Der Flohmarkt, auf dem man Möbel und Platten kaufen kann, die auf Ebay die Hälfte kosten: ausgesprochen hip. Bars, in denen die Ärzte laufen und die Bedienung den Unterschied zwischen Weizen und Pils nicht kennt: ungeheur hip. (...) Wer Desperate Housewives für übertrieben hält, soll sich mal im Habermeier oder sonstwo am Boxenhagener Platz die Hartz4-Version anhören.
Neukölln Neukölln ist megain gerade, weil, um die Ecke haben drei Bars aufgemacht, die keine Tapete an den Wänden haben. Das ist hochrevolutionär, dazu tönt Coldplay aus den Boxen.
Prenzlauer Berg Ahhhh, der Prenzlberg, die Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert: Wer hier einen Einheimischen findet, darf ihn erschiessen und statt seiner in die Wohnung einziehen. Im letzten Jahrhundert sollen noch vier Exemplare von Alteinsässigen gesichtet worden sein.
Mitte In Mitte gibt es Galerien, deswegen simulieren Aktionskünstler so etwas wie ein Nachtleben. (...) Was in den Clubs (in Mitte sagt man sogar zu Eckkneipen Clubs) immer gut funktioniert: Ist man pleite, immer den Besoffensten des ganzen Ladens ansprechen, ob er noch einen ausgeben will. Das ist nämlich in der Regel der Chef.
Wedding Der Wedding kommt. Seit ungefähr sechzig Jahren. Bloß: nirgendwo an.
Kreuzberg Die Kreuzberger Nächte, jaja. Kreuzberger Nächte sehen so aus: Man sitzt auf seinem Stuhl, trinkt Schnaps um Schnaps und wird irgendwann vom Wirt in ein Taxi gefallen, das einen erst nach Weissensee rausfährt, dort eine Runde reihern lässt, und dann zurück nach Hause (Neukölln).
Spandau Im Mittelalter war es üblich, Lepröse und Pestkranke vor den Toren der Stadt zwischenzulagern, bis sie der Tod ereilt. Wer in Berlin Leute mit Rasseln durch die Gegend eiern sieht: das sind keine Stadtmusikanten. Das sind Spandauer, die einmal im Leben den Fernsehturm sehen wollen.(Früher fanden einmal im Jahr WG-interne Ausflüge nach Spandau statt, weil da damals der Ikea stand. Der Ikea steht da immer noch, aber seit die Filiale am Südkreuz aufgemacht hat, ist der Umsatz um 95% gesunken und die Spandauer Touristeninformationsempfangsdame, die bisher die Leute vom Busbahnhof zu Ikea lotste, wurde kürzlich entlassen.)
Pankow Schließen Sie die Augen und stellen sich Karlsruhe vor, bloß ohne Studenten. Ja? Gut. So ungefähr.
Frédéric Valin
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