Sonntag, 31. August 2008
Samstag, 30. August 2008
The Gaslight Anthem - Magnet
Wow! Was für ein Auftritt! Alles, was leider eine Woche zuvor störte, passte hier; die Band war in Fahrt, das Publikum kannte die Stücke, war bewegungsfreudig und niemand nervte durch lautes Gemurmel im Hintergrund. Die Meute war wegen The Gaslight Anthem gekommen und nicht nur wegen der überfüllten Party im Anschluss.
Musikalisch wie eine gute Mischung aus HotWaterMusic, Ataris, Social D plus einiges an Südstaaten-Blues - und dabei kommen die Jungs aus New Jersey, südlich der großen Stadt...
The Gaslight Anthem - I'da Called You Woody, Joe
I was crawling around in my head in the haze of a trance. Rico said, "I'ma turn you onto a sound, cool out your head. This is the sound from Camden town."And then I heard it like a shot through my skull to my brain, I felt my fingertips tingle and it started to rain, When the walls of my bedroom were tremblin' around me, This ramshackle voice over attack of a bluesbeat, Tellin' me he's only looking for fun. This was the sound of the very last gang in town. As heard by my wild young heart, like directions on a cold dark night, Sayin', 'Let it out... You're doin' all right.' And I heard it in his chain gang soul. It wasn't just the same sad song. Saying, 'Let it out, you're doing all right.' And I'm doing all right, are you doin' all right? And I carried these songs like a comfort wherever I'd go. They was there when my summers was high, there when she left me alone. Saying... 'The soul is hard to find.' And I never got to tell him so I just wrote it down, I wrapped a couple chords around it and I let it come out, When the walls of my bedroom trembled around me, To this ramshackle voice over attack of a bluesbeat, And a girl, on the excitement gang.
That was the sound of the very last gang in town. [Chorus] That was the sound... I hear the sound... Do you hear the sound.... I hear the sound... Of the very last gang in town...
Musikalisch wie eine gute Mischung aus HotWaterMusic, Ataris, Social D plus einiges an Südstaaten-Blues - und dabei kommen die Jungs aus New Jersey, südlich der großen Stadt...
The Gaslight Anthem - I'da Called You Woody, Joe
I was crawling around in my head in the haze of a trance. Rico said, "I'ma turn you onto a sound, cool out your head. This is the sound from Camden town."And then I heard it like a shot through my skull to my brain, I felt my fingertips tingle and it started to rain, When the walls of my bedroom were tremblin' around me, This ramshackle voice over attack of a bluesbeat, Tellin' me he's only looking for fun. This was the sound of the very last gang in town. As heard by my wild young heart, like directions on a cold dark night, Sayin', 'Let it out... You're doin' all right.' And I heard it in his chain gang soul. It wasn't just the same sad song. Saying, 'Let it out, you're doing all right.' And I'm doing all right, are you doin' all right? And I carried these songs like a comfort wherever I'd go. They was there when my summers was high, there when she left me alone. Saying... 'The soul is hard to find.' And I never got to tell him so I just wrote it down, I wrapped a couple chords around it and I let it come out, When the walls of my bedroom trembled around me, To this ramshackle voice over attack of a bluesbeat, And a girl, on the excitement gang.
That was the sound of the very last gang in town. [Chorus] That was the sound... I hear the sound... Do you hear the sound.... I hear the sound... Of the very last gang in town...
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Kultur
Samstag, 23. August 2008
Gisbert zu Knyphausen - Magnet
Nun war es so weit. Wieder einmal große Erwartungen. Die Band beginnt nach zwei Supportern gegen 0.00 Uhr zu spielen und der Laden ist brechend voll, fast Kato-Sommeratmosphäre. Das hätte ich nicht unbedingt erwartet, aber gut ein Drittel des Publikums nahm das Konzert eher als Partyzugabe mit, bzw. hatte dieses Drittel im Partysaal des Magnet einfach keinen Platz mehr. Dementsprechend laut waren die Hintergrundgeräusche. Selbst im Raucherhof stand man schließlich gequetscht herum.
Schlechte Rahmenbedingungen also für eine junge, unerfahren wirkende Band mit Technikproblemen. Das Set schien mir ein wenig unstimmig, ein paar neue Lieder oder Cover und nach gefühlten guten anderthalb Stunden noch die Slomo-Version vom Sommertag als Zugabe. Ich fand die Band sympathisch, andere würden sagen ambitioniert, und ohne zuviel Routine. Es erinnerte mich streckenweise an die ersten Auftritte von Kettcar, nur eben mit weniger Gästen.
Damit endete der Ausflug abrupt, irgendwo anders wäre es wohl weniger voll und angenehmer gewesen.
Schlechte Rahmenbedingungen also für eine junge, unerfahren wirkende Band mit Technikproblemen. Das Set schien mir ein wenig unstimmig, ein paar neue Lieder oder Cover und nach gefühlten guten anderthalb Stunden noch die Slomo-Version vom Sommertag als Zugabe. Ich fand die Band sympathisch, andere würden sagen ambitioniert, und ohne zuviel Routine. Es erinnerte mich streckenweise an die ersten Auftritte von Kettcar, nur eben mit weniger Gästen.
Damit endete der Ausflug abrupt, irgendwo anders wäre es wohl weniger voll und angenehmer gewesen.
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Kultur
Donnerstag, 7. August 2008
Wieso Berlin? - Jan Koch
"weil ich den Hamlet nackt nicht spiel..." Beim Lesen des Spreeblick-Artikels (hier) "Dörfer, die Berlin sind", stieß ich auf den Liedermacher Jan Koch, der ein Berlin-Bashing auf hohem Niveau betreibt. Als ich neulich in der Kastanienallee tramwartenderweise so saß, meinte Sylvie, dass sie sich hier manchmal wie im Zoo fühlt. So schlimm ist es bei mir noch nicht.
Frédéric Valin
Dörfer, die Berlin sind in Auszügen
Friedrichshain Friedrichshainer beschimpft man am besten, in dem man den Leuten aus dem Südkiez erzählt, wie toll der Nordkiez wäre, und andersrum. Hier wohnen Menschen, die sich allmorgendlich den Kopf mit Lebertran waschen und es hip finden, wenn eine Bedienung schlecht gelaunt ist und ungewaschen. Überhaupt ist im Friedrichshain alles hip, die stinkenden Keller, die hier „Clubs“ heißen: sehr hip. Der Flohmarkt, auf dem man Möbel und Platten kaufen kann, die auf Ebay die Hälfte kosten: ausgesprochen hip. Bars, in denen die Ärzte laufen und die Bedienung den Unterschied zwischen Weizen und Pils nicht kennt: ungeheur hip. (...) Wer Desperate Housewives für übertrieben hält, soll sich mal im Habermeier oder sonstwo am Boxenhagener Platz die Hartz4-Version anhören.
Neukölln Neukölln ist megain gerade, weil, um die Ecke haben drei Bars aufgemacht, die keine Tapete an den Wänden haben. Das ist hochrevolutionär, dazu tönt Coldplay aus den Boxen.
Prenzlauer Berg Ahhhh, der Prenzlberg, die Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert: Wer hier einen Einheimischen findet, darf ihn erschiessen und statt seiner in die Wohnung einziehen. Im letzten Jahrhundert sollen noch vier Exemplare von Alteinsässigen gesichtet worden sein.
Mitte In Mitte gibt es Galerien, deswegen simulieren Aktionskünstler so etwas wie ein Nachtleben. (...) Was in den Clubs (in Mitte sagt man sogar zu Eckkneipen Clubs) immer gut funktioniert: Ist man pleite, immer den Besoffensten des ganzen Ladens ansprechen, ob er noch einen ausgeben will. Das ist nämlich in der Regel der Chef.
Wedding Der Wedding kommt. Seit ungefähr sechzig Jahren. Bloß: nirgendwo an.
Kreuzberg Die Kreuzberger Nächte, jaja. Kreuzberger Nächte sehen so aus: Man sitzt auf seinem Stuhl, trinkt Schnaps um Schnaps und wird irgendwann vom Wirt in ein Taxi gefallen, das einen erst nach Weissensee rausfährt, dort eine Runde reihern lässt, und dann zurück nach Hause (Neukölln).
Spandau Im Mittelalter war es üblich, Lepröse und Pestkranke vor den Toren der Stadt zwischenzulagern, bis sie der Tod ereilt. Wer in Berlin Leute mit Rasseln durch die Gegend eiern sieht: das sind keine Stadtmusikanten. Das sind Spandauer, die einmal im Leben den Fernsehturm sehen wollen.(Früher fanden einmal im Jahr WG-interne Ausflüge nach Spandau statt, weil da damals der Ikea stand. Der Ikea steht da immer noch, aber seit die Filiale am Südkreuz aufgemacht hat, ist der Umsatz um 95% gesunken und die Spandauer Touristeninformationsempfangsdame, die bisher die Leute vom Busbahnhof zu Ikea lotste, wurde kürzlich entlassen.)
Pankow Schließen Sie die Augen und stellen sich Karlsruhe vor, bloß ohne Studenten. Ja? Gut. So ungefähr.
Frédéric Valin
Frédéric Valin
Dörfer, die Berlin sind in Auszügen
Friedrichshain Friedrichshainer beschimpft man am besten, in dem man den Leuten aus dem Südkiez erzählt, wie toll der Nordkiez wäre, und andersrum. Hier wohnen Menschen, die sich allmorgendlich den Kopf mit Lebertran waschen und es hip finden, wenn eine Bedienung schlecht gelaunt ist und ungewaschen. Überhaupt ist im Friedrichshain alles hip, die stinkenden Keller, die hier „Clubs“ heißen: sehr hip. Der Flohmarkt, auf dem man Möbel und Platten kaufen kann, die auf Ebay die Hälfte kosten: ausgesprochen hip. Bars, in denen die Ärzte laufen und die Bedienung den Unterschied zwischen Weizen und Pils nicht kennt: ungeheur hip. (...) Wer Desperate Housewives für übertrieben hält, soll sich mal im Habermeier oder sonstwo am Boxenhagener Platz die Hartz4-Version anhören.
Neukölln Neukölln ist megain gerade, weil, um die Ecke haben drei Bars aufgemacht, die keine Tapete an den Wänden haben. Das ist hochrevolutionär, dazu tönt Coldplay aus den Boxen.
Prenzlauer Berg Ahhhh, der Prenzlberg, die Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert: Wer hier einen Einheimischen findet, darf ihn erschiessen und statt seiner in die Wohnung einziehen. Im letzten Jahrhundert sollen noch vier Exemplare von Alteinsässigen gesichtet worden sein.
Mitte In Mitte gibt es Galerien, deswegen simulieren Aktionskünstler so etwas wie ein Nachtleben. (...) Was in den Clubs (in Mitte sagt man sogar zu Eckkneipen Clubs) immer gut funktioniert: Ist man pleite, immer den Besoffensten des ganzen Ladens ansprechen, ob er noch einen ausgeben will. Das ist nämlich in der Regel der Chef.
Wedding Der Wedding kommt. Seit ungefähr sechzig Jahren. Bloß: nirgendwo an.
Kreuzberg Die Kreuzberger Nächte, jaja. Kreuzberger Nächte sehen so aus: Man sitzt auf seinem Stuhl, trinkt Schnaps um Schnaps und wird irgendwann vom Wirt in ein Taxi gefallen, das einen erst nach Weissensee rausfährt, dort eine Runde reihern lässt, und dann zurück nach Hause (Neukölln).
Spandau Im Mittelalter war es üblich, Lepröse und Pestkranke vor den Toren der Stadt zwischenzulagern, bis sie der Tod ereilt. Wer in Berlin Leute mit Rasseln durch die Gegend eiern sieht: das sind keine Stadtmusikanten. Das sind Spandauer, die einmal im Leben den Fernsehturm sehen wollen.(Früher fanden einmal im Jahr WG-interne Ausflüge nach Spandau statt, weil da damals der Ikea stand. Der Ikea steht da immer noch, aber seit die Filiale am Südkreuz aufgemacht hat, ist der Umsatz um 95% gesunken und die Spandauer Touristeninformationsempfangsdame, die bisher die Leute vom Busbahnhof zu Ikea lotste, wurde kürzlich entlassen.)
Pankow Schließen Sie die Augen und stellen sich Karlsruhe vor, bloß ohne Studenten. Ja? Gut. So ungefähr.
Frédéric Valin
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