Nun war es so weit. Wieder einmal große Erwartungen. Die Band beginnt nach zwei Supportern gegen 0.00 Uhr zu spielen und der Laden ist brechend voll, fast Kato-Sommeratmosphäre. Das hätte ich nicht unbedingt erwartet, aber gut ein Drittel des Publikums nahm das Konzert eher als Partyzugabe mit, bzw. hatte dieses Drittel im Partysaal des Magnet einfach keinen Platz mehr. Dementsprechend laut waren die Hintergrundgeräusche. Selbst im Raucherhof stand man schließlich gequetscht herum.
Schlechte Rahmenbedingungen also für eine junge, unerfahren wirkende Band mit Technikproblemen. Das Set schien mir ein wenig unstimmig, ein paar neue Lieder oder Cover und nach gefühlten guten anderthalb Stunden noch die Slomo-Version vom Sommertag als Zugabe. Ich fand die Band sympathisch, andere würden sagen ambitioniert, und ohne zuviel Routine. Es erinnerte mich streckenweise an die ersten Auftritte von Kettcar, nur eben mit weniger Gästen.
Damit endete der Ausflug abrupt, irgendwo anders wäre es wohl weniger voll und angenehmer gewesen.
Samstag, 23. August 2008
Donnerstag, 7. August 2008
Wieso Berlin? - Jan Koch
"weil ich den Hamlet nackt nicht spiel..." Beim Lesen des Spreeblick-Artikels (hier) "Dörfer, die Berlin sind", stieß ich auf den Liedermacher Jan Koch, der ein Berlin-Bashing auf hohem Niveau betreibt. Als ich neulich in der Kastanienallee tramwartenderweise so saß, meinte Sylvie, dass sie sich hier manchmal wie im Zoo fühlt. So schlimm ist es bei mir noch nicht.
Frédéric Valin
Dörfer, die Berlin sind in Auszügen
Friedrichshain Friedrichshainer beschimpft man am besten, in dem man den Leuten aus dem Südkiez erzählt, wie toll der Nordkiez wäre, und andersrum. Hier wohnen Menschen, die sich allmorgendlich den Kopf mit Lebertran waschen und es hip finden, wenn eine Bedienung schlecht gelaunt ist und ungewaschen. Überhaupt ist im Friedrichshain alles hip, die stinkenden Keller, die hier „Clubs“ heißen: sehr hip. Der Flohmarkt, auf dem man Möbel und Platten kaufen kann, die auf Ebay die Hälfte kosten: ausgesprochen hip. Bars, in denen die Ärzte laufen und die Bedienung den Unterschied zwischen Weizen und Pils nicht kennt: ungeheur hip. (...) Wer Desperate Housewives für übertrieben hält, soll sich mal im Habermeier oder sonstwo am Boxenhagener Platz die Hartz4-Version anhören.
Neukölln Neukölln ist megain gerade, weil, um die Ecke haben drei Bars aufgemacht, die keine Tapete an den Wänden haben. Das ist hochrevolutionär, dazu tönt Coldplay aus den Boxen.
Prenzlauer Berg Ahhhh, der Prenzlberg, die Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert: Wer hier einen Einheimischen findet, darf ihn erschiessen und statt seiner in die Wohnung einziehen. Im letzten Jahrhundert sollen noch vier Exemplare von Alteinsässigen gesichtet worden sein.
Mitte In Mitte gibt es Galerien, deswegen simulieren Aktionskünstler so etwas wie ein Nachtleben. (...) Was in den Clubs (in Mitte sagt man sogar zu Eckkneipen Clubs) immer gut funktioniert: Ist man pleite, immer den Besoffensten des ganzen Ladens ansprechen, ob er noch einen ausgeben will. Das ist nämlich in der Regel der Chef.
Wedding Der Wedding kommt. Seit ungefähr sechzig Jahren. Bloß: nirgendwo an.
Kreuzberg Die Kreuzberger Nächte, jaja. Kreuzberger Nächte sehen so aus: Man sitzt auf seinem Stuhl, trinkt Schnaps um Schnaps und wird irgendwann vom Wirt in ein Taxi gefallen, das einen erst nach Weissensee rausfährt, dort eine Runde reihern lässt, und dann zurück nach Hause (Neukölln).
Spandau Im Mittelalter war es üblich, Lepröse und Pestkranke vor den Toren der Stadt zwischenzulagern, bis sie der Tod ereilt. Wer in Berlin Leute mit Rasseln durch die Gegend eiern sieht: das sind keine Stadtmusikanten. Das sind Spandauer, die einmal im Leben den Fernsehturm sehen wollen.(Früher fanden einmal im Jahr WG-interne Ausflüge nach Spandau statt, weil da damals der Ikea stand. Der Ikea steht da immer noch, aber seit die Filiale am Südkreuz aufgemacht hat, ist der Umsatz um 95% gesunken und die Spandauer Touristeninformationsempfangsdame, die bisher die Leute vom Busbahnhof zu Ikea lotste, wurde kürzlich entlassen.)
Pankow Schließen Sie die Augen und stellen sich Karlsruhe vor, bloß ohne Studenten. Ja? Gut. So ungefähr.
Frédéric Valin
Frédéric Valin
Dörfer, die Berlin sind in Auszügen
Friedrichshain Friedrichshainer beschimpft man am besten, in dem man den Leuten aus dem Südkiez erzählt, wie toll der Nordkiez wäre, und andersrum. Hier wohnen Menschen, die sich allmorgendlich den Kopf mit Lebertran waschen und es hip finden, wenn eine Bedienung schlecht gelaunt ist und ungewaschen. Überhaupt ist im Friedrichshain alles hip, die stinkenden Keller, die hier „Clubs“ heißen: sehr hip. Der Flohmarkt, auf dem man Möbel und Platten kaufen kann, die auf Ebay die Hälfte kosten: ausgesprochen hip. Bars, in denen die Ärzte laufen und die Bedienung den Unterschied zwischen Weizen und Pils nicht kennt: ungeheur hip. (...) Wer Desperate Housewives für übertrieben hält, soll sich mal im Habermeier oder sonstwo am Boxenhagener Platz die Hartz4-Version anhören.
Neukölln Neukölln ist megain gerade, weil, um die Ecke haben drei Bars aufgemacht, die keine Tapete an den Wänden haben. Das ist hochrevolutionär, dazu tönt Coldplay aus den Boxen.
Prenzlauer Berg Ahhhh, der Prenzlberg, die Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert: Wer hier einen Einheimischen findet, darf ihn erschiessen und statt seiner in die Wohnung einziehen. Im letzten Jahrhundert sollen noch vier Exemplare von Alteinsässigen gesichtet worden sein.
Mitte In Mitte gibt es Galerien, deswegen simulieren Aktionskünstler so etwas wie ein Nachtleben. (...) Was in den Clubs (in Mitte sagt man sogar zu Eckkneipen Clubs) immer gut funktioniert: Ist man pleite, immer den Besoffensten des ganzen Ladens ansprechen, ob er noch einen ausgeben will. Das ist nämlich in der Regel der Chef.
Wedding Der Wedding kommt. Seit ungefähr sechzig Jahren. Bloß: nirgendwo an.
Kreuzberg Die Kreuzberger Nächte, jaja. Kreuzberger Nächte sehen so aus: Man sitzt auf seinem Stuhl, trinkt Schnaps um Schnaps und wird irgendwann vom Wirt in ein Taxi gefallen, das einen erst nach Weissensee rausfährt, dort eine Runde reihern lässt, und dann zurück nach Hause (Neukölln).
Spandau Im Mittelalter war es üblich, Lepröse und Pestkranke vor den Toren der Stadt zwischenzulagern, bis sie der Tod ereilt. Wer in Berlin Leute mit Rasseln durch die Gegend eiern sieht: das sind keine Stadtmusikanten. Das sind Spandauer, die einmal im Leben den Fernsehturm sehen wollen.(Früher fanden einmal im Jahr WG-interne Ausflüge nach Spandau statt, weil da damals der Ikea stand. Der Ikea steht da immer noch, aber seit die Filiale am Südkreuz aufgemacht hat, ist der Umsatz um 95% gesunken und die Spandauer Touristeninformationsempfangsdame, die bisher die Leute vom Busbahnhof zu Ikea lotste, wurde kürzlich entlassen.)
Pankow Schließen Sie die Augen und stellen sich Karlsruhe vor, bloß ohne Studenten. Ja? Gut. So ungefähr.
Frédéric Valin
Sonntag, 20. Juli 2008
MELT!-Festival
Zuerst galt es einen geeigneten Parkcampingplatz für Bulli und Zelt zu finden. Unsere Franzi hatte das große Zelt mitgebracht, nur leider ohne Zeltstangen... Was nun? Kein Obdach und 3 Tage wach? Die Organisation neuer passender Zeltstangen erwies sich als undurchführbar. Es musste improvisiert werden und so stiegen wir den beiden anderen förmlich aufs Dach.
Irgendwann hatte uns der Festivalbus dann auf das Gelände gebracht, Cuba Libre eröffnete das Fest und ich fand mich gleich in einer Wall of Death bei Blackmail wieder. Anfangs war der Sound sehr schwammig, das gab sich jedoch. Eine Setlist nach einem Konzert war die Ausbeute. Klee gaben gerade im Geministagezelt ein nettes Konzert. Im strömenden Regen draußen wurde es drinnen heimelig. Danach fand meine erste Platzbegehung statt. Nur hatte der Regen noch immer nicht aufgehört und auf dem 25.000 Menschen fassenden Hauptplatz vor der Mainstage fanden sich keine Leute ein. Regen, Rausch, Pyrotechnik - eine durch Wodka-Redbull beeinflusste, beeindruckende Atmosphäre um mich herum. Nun zurück zum Treffpunkt - der St.Pauli-Stand. Und dort erwarteten mich die angeschäkerten Sylvie und Franzi um direkt zu Zoot Woman durchzustarten. Und siehe da, mein erstes Mal Zoot Woman live und wir waren in Tanzlaune. Teure Hotdogs, Biofleisch, Tofusachen und vieles mehr später hatte der Regen aufgehört, ein Plätzchen auf den die Mainstage umrundenden Treppen war gefunden. Deus spielten auf, das einzige Festivalkonzert in D. Und es war verstörend-faszinierend. Was dann im einzelnen passierte, bis die Editors begannen, ist fraglich. Mit All Sparks will burn out in the end rundeten die Herren aus England meinen Festivalabend gegen 4:30 Uhr ab.
Was bleibt: Das beeindruckendste am Melt ist die Location. Eine riesige Bühne umrahmt von Braunkohlebaggern, die mit Licht und Pyrotechnik eine unglaubliche Atmosphäre liefern. Wie muss es wohl sein, wenn man nicht nur Bier trinkt...? Nach einer Nacht im Bullidach und einem feuchtkalten Morgen ging es auch schon wieder heim.
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Kultur
Samstag, 19. Juli 2008
Dienstag, 15. Juli 2008
Jonah Matranga - Magnet
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Kultur
Samstag, 12. Juli 2008
die Frage, wo das Wasser herkommt."
Wegen dieser Rundmail war ich am Samstag mit ein paar Unterweltlern und ca. 15 älteren Damen und Herren unterwegs. Was ich mir als Techniktour mit anschließendem kurzen Rundgang im Tiergarten vorgestellt habe, entwickelte sich schließlich zu einer 2,5 stündigen Wanderung in die Untiefen des Parks. Der Mann, der uns das Pumpwerk aufschließen sollte, tauchte erst gegen 13 Uhr auf, so konnte uns Herr Schaaf, ehem. beim Grünflächenamt mit dem Tiergarten betraut, viele schöne Ecken und Tiere zeigen. Nette Anekdoten, viel Geschichte, Wissenswertes über die Flora und Fauna. Eine nette Überraschung am Samstag morgen. Jetzt weiss ich mehr über die Zooflüchtlinge wie die Mandarin-Enten und Kanadagänse, die Eindringlinge wie die Waschbären und die Ausgesetzten wie Wasserschildkröten. In den Flüssen und Teichen leben wohl auch Hechte und Aale.
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Reise
Mittwoch, 9. Juli 2008
Murder by Death - Magnet
Das Bassy im April 2007, der Blog berichtete hier, war definitiv die passendere Location für das Quartett aus Indiana. Der Publikumsandrang hielt sich mal wieder leider in Grenzen, es hätten noch 2/3 mehr Leute reingepasst, was vermutlich an dem unverschämten Abendkassenpreis von 18 Euro gelegen hat. Der Klang war streckenweise etwas zu schwammig, von Allem etwas zu wenig. Das gab sich aber dann auch. Trotzdem wurde es ein tolles Konzert, bei dem die Band sichtbar Spaß hatte. Und am Ende gab es, oh Wunder, endlich wieder einen T-Shirt-Kauf! Das hat ja in den letzten Jahren stark nachgelassen...
Mit dem Gehbier in der Hand führte uns dann auch noch unser Weg über viele EssenundTrinkenHaltestellen mit unseren drei Italienern Luca, Toni und Lorenzo aus Florenz in den Mittwochsklub. Die drei waren bereits auf dem Weg in die "angesagten" Gegenden am Hackeschen Markt, was wir ihnen schnell ausredeten. Kopfschmerz heute.
Mit dem Gehbier in der Hand führte uns dann auch noch unser Weg über viele EssenundTrinkenHaltestellen mit unseren drei Italienern Luca, Toni und Lorenzo aus Florenz in den Mittwochsklub. Die drei waren bereits auf dem Weg in die "angesagten" Gegenden am Hackeschen Markt, was wir ihnen schnell ausredeten. Kopfschmerz heute.
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Dienstag, 8. Juli 2008
Donnerstag, 12. Juni 2008
Gisbert zu Knyphausen - Neues Jahr
Die wenigen Male, die ich im Jahr einkaufen gehe, verbinde ich meist mit dem Hören der musikalischen Empfehlungen von Freunden mit Musikgeschmack. Heute: Gisbert zu Knyphausen. Ein merkwürdiger Name, den sich das Quintett aus Hamburg gegeben hat. Aber anyway, sie sind auf dem Weg unter meine Album-Top-5 des Jahres zu kommen. Nicht so negativ wie Sylt von Kettcar, aber auch nicht gerade ein Antidepressivum. Passend zu der grauen Wolke draußen. Großartig!
Myspace
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Dienstag, 10. Juni 2008
Rage Against The Machine - Zitadelle Spandau
Da waren sie wieder. Nach acht Jahren gaben die Jungs um Zack de la Rocha ein paar Shows in Deutschland. Die Preise um die 50 Euro schreckten nicht nur mich ab. Angekommen gegen 18.30 Uhr waren bereits viele Leute damit beschäftigt, Tickets hochzuhalten, die sie zuviel hatten. Die ersten, die ich fragte, was sie denn nun haben wollten, versuchten noch ein Geschäft zu machen. Nach und nach ergriff die Leute jedenfalls langsam die Panik, etwas zu verpassen und die Preise purzelten. Mein Ticket kostete dann noch 15€.
Ich kenne die Zitadelle ja durch Vereinsinterne Führungen recht gut. An der nordwestlichen Ecke fand sich ein netter Platz, um die Staubwolkenbildung bei Antiflag zu beobachten. Nach den obligatorischen Schmähungen des worst President ever, spielten die Jungs eine knappe Stunde ihre Politpunkstücke. Weitgehend ganz passabel, ich bin halt kein Fan dieser Richtung mehr, naja vielleicht nur nicht von Antiflag.
Eine gute Stunde ließen dann RATM auf sich warten. Testify eröffnete und ich hatte das erste Mal Gänsehaut. Acht Jahre ist es her! Das Publikum war in bester Stimmung, unerwartet textsicher und ab Guerilla Radio steckte ich auch fast bis zum Schluss in einer SchwarzStaubSchweißwolke vor dem ersten Zaun. Gegen 23 Uhr war schon wieder alles vorbei. Ein Besuch von Gavin Rosdale um 0 Uhr im Lido schloss sich aus, da ich komplett verdreckt und mit Staub in Ohren, Nase und Mund aus der Zitadelle kam. Ein ordentliches Konzert.
Nur leider schwebte über allem dummerweise der Eindruck, dass Attitüde und Musik egal und komplett der kommerziellen Vermarktung gewichen sind. Ohne neues Album nach Jahren für 50€ Eintritt und 30€-T-Shirts aufzuwarten, ist leider nicht nett.
Text:The world is my expense The cost of my desire Jesus blessed me with its future And I protect it with fire So raise your fists And march around Don't dare take what you need I'll jail and bury those committed And smother the rest in greed Crawl with me into tomorrow Or I'll drag you to your grave I'm deep inside your children They'll betray you in my name
Sleep now in the fire
The lie is my expense The scope of my desire The Party blessed me with its future And I protect it with fire I am the Nina The Pinta The Santa Maria The noose and the rapist And the fields overseer The agents of orange The priests of Hiroshima The cost of my desire
Sleep now in the fire
For it's the end of history It's caged and frozen still There is no other pill to take So swallow the one That made you ill The Nina The Pinta The Santa Maria The noose and the rapist The fields overseer The agents of orange The priests of Hiroshima The cost of my desire
Sleep now in the fire
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Kultur
Montag, 9. Juni 2008
EM-Tag 3
Niederland - Italien 3:0
Rumänien - Frankreich 0:0
Tatort: Tante Käthe. Ich liebe diesen Laden! Nachdem das erste Spiel an Langweiligkeit kaum zu überbieten war, kam beim Spiel der Holländer eine nette Atmosphäre auf.
Niederland - Italien 3:0
Rumänien - Frankreich 0:0
Tatort: Tante Käthe. Ich liebe diesen Laden! Nachdem das erste Spiel an Langweiligkeit kaum zu überbieten war, kam beim Spiel der Holländer eine nette Atmosphäre auf.
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Sonntag, 8. Juni 2008
EM-Tag 2
Österreich - Kroatien 0:1
Tschland - Polen 2:0
Tatort: Jasmine & Cathe über den Dächern Neuköllns
Wie vor 2 Jahren, nur mehr Emos.
Österreich - Kroatien 0:1
Tschland - Polen 2:0
Tatort: Jasmine & Cathe über den Dächern Neuköllns
Wie vor 2 Jahren, nur mehr Emos.
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Sport
Samstag, 7. Juni 2008
Dienstag, 3. Juni 2008
Sonntag, 1. Juni 2008
Das 9. Immergut-Festival - Gemischte Gefühle & Routine at its best!
Das war's dann schon wieder! Die 4 Tage flogen dahin, der Mietwagen abgegeben und die restlichen 5 Biere im Kühlschrank zu Hause. Mit ein paar Stunden Abstand und den aktuellen Blogeinträgen anderer Besucher im Kopf ist es nun Zeit, Revue zu passieren.Das Fazit vorneweg: Eines steht fest. Das Immergut ist mit mir erwachsen geworden. Die Routine, die man in 9 Jahren entwickelt, ist für mich immer wieder beeindruckend. Die Jungs und Mädels vom Immergut-Verein sind Profis mit Hang zu vielen kleinen, netten Details, die das Gros der Besucher leider nicht einmal sieht oder sehen kann, weil sehr wenige unter ihnen vermutlich im neunten Jahr dabei sind. Dieses Gefühl bleibt bestehen, es ist, auch wenn sich über die Eintrittspreise beschwert wird, kein Kommerzfestival ala Hurricane. Der Spaß ist den Machern anzumerken. Deshalb hier ein Kompliment, das ich einmal für die Arbeit, die ich mache bekam: "Behaltet euch euren Enthusiasmus!"
Gewachsen sind wir aber auch. Die Freunde um mich agieren als ein liebgewonnenes Profi-Festival-Team. Das Schwelgen in Erinnerungen ist ein für alle Mal vorbei. Das Warten auf den "Moment" ist bei mir dem Sichselbstgenugsein gewichen und man ist um eine neue Erfahrung reicher. Gemischte Gefühle eines 29jährigen...
Die Ankunft am Donnerstag Nachmittag hatte sich einmal wieder bezahlt gemacht. Nette Leute aus Frankfurt und Mainz teilten sich den Schattenplatz unter Birken mit uns. Der Kuchenbasar und der Gratis-Kaffee war eine richtig schöne Sache, auch die Lesung der fantastischen "Tiere streicheln Menschen" - unbedingt mal reinhören. Gefolgt wurde dies dann von "Psychedelic und Humor". Heinzer Strunk, Rocko Schamoni und Jacques Palminger aka Studio Braun lieferten ihre "Performance"; irgendetwas zwischen Lesung, Konzert und großem Quatsch. Ich weiß bis jetzt nicht wirklich, was ich dazu sagen soll. Das ging dem Publikum wohl mehrheitlich auch so. Es war ein Auftritt, der hängen blieb. Mit diesen Gedanken ging der Abend langsam vorbei. Der leuchtende "Mond" war übrigens ein Highlight - sorry für das Wortspiel... Nur leider war er am nächsten Morgen von irgendwelchen Vollspacken fast abgerissen worden. Soweit zur ersten Nacht, die gewohnt festivallaut war.
Erste Ernüchterung deswegen also am Freitag Morgen. Die Sonne ging auf; und schien auf uns, wie nichts Gutes - Sauna im Zelt. Ich hatte Osten ein wenig zu weit im Süden erwartet. Den Schatten hatten andere, die sehr viel weniger schliefen. Meine Sylvie schaute erst glücklich aus der spärlichen Wäsche, nachdem ich ihr einen "geheimen" Badeort gezeigt hatte, den sie aus den vergangenen 5 Jahren nicht kannte. Dann begann das übliche Festivalgedöns. Warten auf und telefonieren mit den Leuten "denen man schon mal einen Platz freigehalten hat."
Schließlich baumelte das Bändchen am Arm und die Blood Red Shoes spielten, meine Aufmerksamkeit galt aber erst einmal dem Kicker im Zigarettenhäuschen, in welchem ich dann auch schließlich ein Stündchen die Augen schonte. Und dann war es soweit: Die Weakerthans waren wieder da. Nur leider unterhalten sich selbst während der Akustikzugabe zum schlimmen Ort namens Winnipeg die Menschen immer an den unmöglichsten Stellen und natürlich in schwer ertragbarer Lautstärke. Irgendwann raste ich da bestimmt noch einmal aus. Blödes Zeug über Zahnbürsten zu erzählen, kann man sich doch auch woanders... Die Bekanntschaft mit den netten Drei des Cocktailstandes rettete dann jedoch die Stimmung. The Notwist, nicht so gut wie beim letzten Mal an gleicher Stelle, aber mit Console definitiv ein Glanzlicht! Zum bizarren Auftritt von Louie Austen muss ich mir noch Gedanken machen.
Der nächste Tag - Samstag. Die Sonne brennt so heiß, "dass die Schildkröten..." Werners Bootsshop vermietet uns 6 Leuten ein einziges Ruderboot. Werner, keine Ahnung ob er so hieß, wir nannten ihn aber gleich so, als Inbegriff des mecklenburgischen Sprödismus. Uhrzeit, Papiere, Unterschrift? - lass ma gut sein, ok dann nen Zehner. Ich mag es, das ist für mich ein wirklicher Teil von diesem unförmigen und schwer begreifbaren Begriff Heimat - die Leute von da oben, wo man selbst herkommt. Der Rest der Geschichte ist einfach Entspannung und Abkühlung.
Zurück auf dem Gelände ist um unsere Nachbarn der erwartbare Müllberg gewachsen, vom Pegel ganz zu schweigen - ich nenne das mal Konstante. Lo-Fi-Fnk rocken die Hauptbühne nicht wirklich, das Konzert wäre etwas später im Zelt definitiv tanzeskaliert. Dafür hätte GetWellSoon dort spielen sollen. Für mich das beste Konzert des Festivals. Und dann der Endspurt: Grillen + Cocktails. Meine erstes wirklich bewusst angesteuertes und erlebtes Slut-Konzert. Diesen Stadionrock hätte ich ihnen wirklich nicht zugetraut. Und - ich hadere schon länger mit mir - besser als The Notwist! Wenn man so will, Slut sind die einzigen, die aus der alten Immergut-Indieschiene immer noch da sind. Respekt!
Der Abschied vom Gelände - ein Trauerspiel. Aber im Vergleich mit dem besten Festivalabschluss, den ein Festival nur haben kann, nämlich dem KunstKAPITULATIONskonzert der Tocos im letzten Jahr, wäre kein Ende auch nur annähernd gut gewesen.
Sonntag: Nach once more sleepless in Neustrelitz dann der Aufbruch, so schnell wie möglich weg vom Schlachtfeld, in das sich das Zeltgelände gleich verwandeln wird. Diesen Anblick erspare ich mir lieber. Abgang 10Uhr. Schweinebraten und Chillen bei den Geschwistern auf dem Dorf.
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