Mittwoch, 25. Juli 2007

Thomas Bernhard hätte geschossen...

Georg Schramm in den Wühlmäusen

Zum ersten Mal im Leben am Theodor-Heuss-Platz angekommen, am Mahnmal für Vertreibungen vorbei, standen vor dem bekannten Wühlmäuse-Kabarett schon viele herausgeputzte Gäste, teilweise auf der Suche nach Tickets, im Schnitt 50+. Die Veranstaltung begann pünktlich gegen 20 Uhr und Georg Schramm stellte das Motto des Abends vor: Initiative Leben - jetzt! Deutschland helfen, aber wie?
Wer seine Figuren kennt, weiss, was geifern bedeutet. Das Publikum wurde mehr als einmal zurecht gewiesen, doch bitte nicht bei jeder Kleinigkeit zu applaudieren. Schramm verlor das eine oder andere Mal den roten Faden, wie beim "scheuen Reh des Kapitals". Dies bemerkten jedoch die wenigsten. Wie auch die wenigsten mitbekamen, dass ihnen des öfteren der Spiegel vorgehalten wurde.
Schramm echauffiert sich und versucht die Leute zu bewegen. Und was passiert: Die eben noch von ihm beschriebene, "durch die Manege getriebene Mediensau" funktionierte als Ablenkungsmanöver auch hervorragend beim hiesigen Publikum. Ein ziemlich blöder "Herr Wachtmeister"-Witz reichte, da hatten es die Mehrzahl der Gäste auch schon wieder vergessen, was er zuvor wortgewaltig verkündet hatte. Nicht viele bemerkten diesen Test. Nicht der Rentner Dombrowski sondern Schramm selbst schien resigniert...

Und deswegen passte der von Dieter Hildebrand gesprochene Abschlußsatz.

1 Kommentar:

  1. Dies bemerkte ich jedoch nicht, weil ich an der Ostsee war. Wie ich auch manch andere Sachen des öfteren nicht mitbekam. Das tut nicht weh und ist nicht weiter schlimm, doch höre ich schon das Klicken des Abzuges oben auf'm Balkon.

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